Deckt die Familientherapie Probleme auf?




Deckt die Familientherapie Probleme auf?Die Familientherapie entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Kindertherapie. Damals wurde beobachtet, dass die Einzelbehandlung eines psychisch erkrankten Kindes häufig nur vorübergehenden Erfolg brachte, da die anderen Familienmitglieder nicht einbezogen wurden. Die moderne Familientherapie sieht die Familie als ein dynamisches System an, in dem die einzelnen Mitglieder in ständiger Wechselwirkung zueinanderstehen. Die Erkrankung eines Familienmitglieds hat negative Auswirkungen auf die gesamte Familie. Durch die Einbeziehung aller Familienmitglieder werden nicht nur die Heilungserfolge verbessert, sondern das gestörte Gleichgewicht wird wieder wiederhergestellt.

Die Familientherapie findet nicht nur Einsatz bei psychischen Erkrankungen von Kindern, sondern beispielsweise auch bei Suchterkrankungen oder Beziehungsproblemen. Durch die Therapie können in vielen Fällen die Ursachen für bestehende Probleme aufgedeckt werden. Einige Erkrankungen wie Alkoholismus können genetisch bedingt sein. Andere psychische Erkrankungen stellen häufig eine Reaktion auf gestörte Beziehungen in der Familie dar. So entsteht Drogensucht oft dadurch, weil sich Kinder und Jugendliche von den Eltern vernachlässigt fühlen. In vielen Familien arbeiten die Eltern zu hart und nehmen sich nicht genügend Zeit für die Kinder oder den Partner. Über kurz oder lang stellen sich dadurch fast unausweichlich Störungen in den interfamiliären Beziehungen ein, die therapiert werden müssen, wenn die Familie erhalten werden soll.

Abgewandelte Formen der Familientherapie sind die Paartherapie und die Gruppentherapie. Leider werden die Kosten für eine Familientherapie meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Zur ersten Orientierung eignen sich am besten die Beratungsstellen der örtlichen Caritas oder Diakonie. Die Mitarbeiter dort sind speziell geschult und können Auskunft über die verfügbaren Angebote vor Ort geben. Für viele Problemfälle, wie zum Beispiel Alkoholismus, Drogensucht, Spielsucht und andere existieren Selbsthilfegruppen. Die Teilnahme dort ist kostenlos.

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